Wappen des Hauses Aad FockAad FockChronik eines Ehrennamens aus Fockbek

Die Geschichte des Hauses Aad Fock

Sie beginnt nicht mit einer Urkunde, sondern mit einem Aal, der nicht ertrinken wollte.

Die Fockbeker und der Aal

Fockbek hat eine Sage, die im Wappen der Gemeinde steht, und ohne sie versteht man den Namen Aad Fock nicht. Die Fockbeker wollten Heringe in ihrem See züchten. Sie kauften auf dem Rendsburger Markt gesalzene Heringe, schütteten sie in den See und warteten. Im Jahr darauf ließen sie das Wasser ab, um zu ernten, und fanden keinen einzigen Hering, nur einen Aal, der sich im Schlamm wand. Der Schluss lag nahe: Der Aal hatte die Heringe gefressen. Man beriet über die Strafe, und einer, der selbst einmal beinahe ertrunken war, wusste die schlimmste. Der Aal wurde zum Tod durch Ertränken verurteilt. Als der See wieder voll war, warf man ihn an der tiefsten Stelle hinein. Er wand sich, und die Fockbeker sagten: „Kiek, wo he liedt!“ Dann schwamm er davon.

So weit die Sage, die jeder in Fockbek kennt. Die Chronik des Hauses Aad Fock setzt genau an dieser Stelle fort.

Die Ursprungslegende (1666 bis 1667)

Im Herbst 1666 war Adriaan Focke, Aalhändler aus Friedrichstadt, dreißig Jahre alt und Sohn holländischer Eltern, mit seinem Eiderboot stromaufwärts zum Markt nach Rendsburg unterwegs. Ein Weststurm drückte die Flut die Eider hinauf, das Großsegel riss, und mit der Fock allein hielt er das Boot gerade noch steuerbar, bis es an der Grönsfurt bei Fockbek aufsetzte. Die Fockbeker zogen ihn am Abend an Land und nahmen ihn mit ins Dorf. Am nächsten Morgen ging er mit ihnen hinauf zum See, wo das Gericht über den Aal gehalten wurde.

Adriaan tat an diesem Tag und in den Tagen danach dreierlei, und daraus wurden die drei Tugenden des Hauses.

Er lachte nicht über die Fockbeker, sondern mit ihnen. Als der Aal davonschwamm, sagte er den Satz, der zum Wahlspruch wurde: De Aal swemmt wieder. Was ersäuft werden soll, schwimmt weiter. Die Fockbeker nahmen es als Trost und behielten es.

Er fing den Aal am nächsten Morgen wieder, brachte ihn nach Rendsburg auf den Markt und verkaufte ihn dort als den Aal, der seine Hinrichtung überlebt hatte, für den zehnfachen Preis. Mit dem Geld kaufte er den Fockbekern echte Heringsfässer und ein neues Segel.

Und als die Rendsburger Kaufleute die Fockbeker deswegen zum Gespött machten, blieb Adriaan im Dorf, heiratete dort und trug den Spott mit. Er hätte überall hingehen können. Er blieb.

Im Frühjahr 1667 gab ihm die Bauerschaft den Beinamen Aad Fock, „weil er mit nichts als der Fock gekommen ist und mit allem geblieben“. Der Name wurde erblich, mit der Bedingung, dass jeder Träger die drei Dinge weiterträgt. Die ganze Geschichte steht in den Fockbeker Blättern: Der Aal, der seine Hinrichtung überlebte.

Was ein Ehrenname ist und was nicht

Aad Fock ist kein Adel. Niemand in dieser Familie hat je ein „von“ geführt, und niemand wird es tun. Die Bauerschaft eines Dorfes konnte keinen Adel verleihen und wollte es auch nicht. Sie konnte einen Namen verleihen, und das hat sie getan. Die Chronik erwähnt an dieser Stelle gern, dass es andere Familien Fock gab, deren Name auf dieselbe Weise entstand: Vom baltischen Geschlecht von Brucken genannt Fock wird erzählt, ein Engelbrecht von Brucken habe um 1501 sein Schiff allein mit der Fock nach Riga gerettet. Mit dieser Familie ist das Haus Aad Fock nicht verwandt. Es teilt mit ihr nur das Segel.

Zeitlinie

JahrEreignis
811An der Grönsfurt bei Fockbek verhandeln Franken und Dänen über den Frieden.
1196Fockbek wird als Fokabikre erstmals urkundlich erwähnt.
1621Holländische Glaubensflüchtlinge gründen Friedrichstadt an der Eider.
1636Adriaan Focke wird in Friedrichstadt geboren.
1666Adriaan strandet an der Grönsfurt. Der Aal überlebt seine Hinrichtung.
1667Die Fockbeker Bauerschaft verleiht den Ehrennamen Aad Fock.
1698Adriaan Aad Fock stirbt in Fockbek.
1740Wiebke Aad Fock übernimmt den Namen, weil ihr Bruder ihn nicht will.
1777 bis 1784Bau des Eiderkanals.
1830erClaus Aad Fock liefert Findlinge und Holz für den Kanalausbau.
1887 bis 1895Bau des Nord-Ostsee-Kanals.
1910Fockbek bekommt einen Bahnhof an der Strecke Rendsburg–Husum.
1920 bis 1970Grete Aad Fock schreibt die Fockbeker Blätter.
2026Die Fockbeker Blätter werden digital aufbereitet und in Auswahl veröffentlicht.

Die Zeitlinie mischt Ortsgeschichte und Familienüberlieferung. Was Ortsgeschichte ist, lässt sich nachschlagen. Was Familienüberlieferung ist, steht in den Fockbeker Blättern. Mehr dazu über diese Chronik.