Die Überlieferung des Hauses Aad Fock
Diese Chronik führt keinen Stammbaum. Sie bewahrt die Überlieferung, dass der Name auf Adriaan Focke zurückgeht und seither weitergegeben wurde. Adriaan, Wiebke, Claus und Grete stehen als Träger des Namens ihrer Zeit im Mittelpunkt der überlieferten Geschichten.
Adriaan „Aad“ Focke, der Erste
1636 bis 1698 · Tugend: Unternehmensdrang, Witz und Loyalität.
Adriaan stammte aus Friedrichstadt, war Eiderschiffer und verdiente seinen Lebensunterhalt als Aalhändler. Als ein Weststurm 1666 sein Großsegel zerriss, erreichte er unter der Fock die Grönsfurt. Nach der Strandung erlebte er am Fockbeker See das Gericht über den Aal. Im folgenden Frühjahr verlieh ihm die Bauerschaft den Namen Aad Fock.
Von Fockbek aus baute er einen Aalhandel auf, dessen Lieferungen Rendsburg und Kiel erreichten. Er heiratete im Dorf und wurde nach seinem Tod auf dem Fockbeker Friedhof beigesetzt. Sein Grabstein gilt als verschollen, der Wahlspruch blieb jedoch in der Überlieferung erhalten.
Wiebke Aad Fock
Lebenszeit: 1712 bis 1781 · Schwerpunkt: Loyalität.
Wiebke trug als erste Frau den Ehrennamen. Als ihr Bruder ihn nicht übernehmen wollte, entschied sie sich 1740 dafür. Seitdem richtet sich die Weitergabe nicht nach dem Geschlecht: Das älteste Kind, das zustimmt, wird zum nächsten Namensträger.
Wiebke bewahrte den Hof und den Handel während zweier Hochwasser der Eider und eines dänischen Zollstreits. Ihre Haltung fasste sie in die Worte „Ik gah nich, ik bün de Aadfock.“ Auf Hochdeutsch: Ich gehe nicht, ich bin der Aadfock.
Claus Aad Fock
Lebenszeit: 1799 bis 1866 · Schwerpunkt: Unternehmensdrang.
In den 1830er Jahren belieferte Claus die Arbeiten am Eiderkanal mit Holz und Findlingen. Früh setzte er außerdem auf den Kanal, der später als Nord-Ostsee-Kanal verwirklicht wurde. Zweimal verlor er alles, dreimal begann er neu.
Claus führte die „Fockbeker Rechnung“ ein. Ihre letzte Zeile enthielt stets einen Witz, damit der Empfänger bis zum Schluss las. So verband er den Abschluss eines Geschäfts mit der Aussicht auf ein gemeinsames Lachen.
Grete Aad Fock
Lebenszeit: 1888 bis 1974 · Schwerpunkt: Witz.
Grete führte in Fockbek den Gasthof „Zur Fock“ und sammelte die Erzählungen ihres Hauses. Von 1920 bis 1970 schrieb sie daran und gab ihrem privaten Manuskript den Namen Fockbeker Blätter.
Das Manuskript blieb bei der Familie und gelangte nicht in den Druck. Erst 2026 wurde es digital aufbereitet. Die auf dieser Website veröffentlichten Geschichten bilden eine Auswahl daraus.
Hagen Aad Fock
Heutiger Träger des Namens
Hagen Aad Fock trägt den Namen heute und beruft sich auf die Überlieferung, nach der Adriaan Focke sein Vorfahr ist. Er lebt in Österreich, hat die Fockbeker Blätter digitalisiert und veröffentlicht ausgewählte Texte. Weitere biografische Angaben macht diese Chronik über ihn nicht.
Was die Überlieferung sagt und was nicht
Die Überlieferung führt den Namen auf Adriaan Focke zurück und sagt, dass er seither weitergegeben wurde. Sie kennt die Regel, dass der Name an das älteste Kind geht, das ihn annehmen will: Wiebke übernahm ihn 1740, weil ihr Bruder ihn nicht wollte. Eine Ahnenreihe nennt die Chronik nicht.